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ÄGYPTEN

Die Beduinen-nomadische Wüstenbewohner

Auf meiner Ägypten-Reise besuchte ich ein Beduinendorf. Über diese nomadischen Wüstenbewohner möchte ich kurz berichten. 

Nicht sesshaft oder nomadisch bedeutet das Wort „Beduine“, welches aus dem arabischen stammt. Beduinen findet man in den arabischen Wüsten, der Sahara, des Wüstenteils der ägyptischen Sinai-Halbinsel und des israelischen Negev. Sie leben hauptsächlich von der Viehzucht. Sie züchten Dromedare, Schafe und Ziegen und verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt. Auf ihren Dromedaren bewegen sie sich überwiegend fort. An den Randregionen der Wüste finden die Tiere der Beduinen ihre Weideflächen. Ihre Dromedare werden nur selten geschlachtet – nur zu bestimmten seltenen Anlässen. Es sind für sie wichtige Tiere für die sie Respekt und Liebe empfinden. Das Dromedar hat einen hohen Statuswert. Beduinen ernähren sich von Brot, Milch, Käse, Gemüse, Datteln, Hülsenfrüchten und Oliven und die am Meer leben außerdem von Fisch und Meeresfrüchten. Ein wahres Festmahl ist jedoch das Schlachten ihrer Tiere. Zum Essen benutzen sie nur ihre rechte Hand – die linke Hand gilt als unrein, weil diese zur Reinigung benutzt wird. Bei den Beduinen gibt es eine klare Kleiderordnung. Egal ob Männer oder Frauen, sie tragen ihre Kleider und Tücher in traditionell vorgegebenen Farben. Nackte Haut zu zeigen empfinden sie als unschicklich.

Ein zusätzlicher Verdienst für ihren Lebensunterhalt ist außerdem der starke Tourismus in Ägypten. Die Beduinen lassen sich besuchen und führen die Touristen auf ihren Dromedaren durch die Wüste, um ihre Lebensgewohnheiten zu zeigen. Des Weiteren arbeiten einige Beduinen  als Reiseführer oder Jeep-Fahrer für ansässige Tourismusunternehmen. Die Beduinen sind Araber und folgen dem Islam. Sie beten fünf mal täglich, sie fasten im Ramadan und sie bemühen sich, Geld für eine Pilgerfahrt nach Mekka zusammenzusparen. Jeder Muslime sollte einmal in seinem Leben diese Pilgerfahrt gemacht haben. Wie alle Muslime feiern auch die Beduinen die großen Feste. Das größte Fest ist das Opferfest am Ende des Pilgermonats Id al Adha. Dann kommen alle zusammen und kleiden sich in ihre besten Kleider. Jede Familie schlachtet ein Schaf und den ganzen Nachmittag besucht jeder jeden.

Eine große Solidargemeinschaft bilden die Beduinen als Stamm. Jeder Stamm der Beduinen glaubt an die Abstammung eines gemeinsamen Vorfahren. Praktisch fühlen sie sich alle wie eine große Familie. Jeder Stamm hat mehrere Untergruppen und diese besitzen jeweils alle einen eigenen Namen. Die Untergruppen setzen sich aus Großfamilien zusammen – diese hatten früher auch gemeinsamen Besitz und das ist noch heute so. Große Solidarität herrscht unter den Stammesmitgliedern. In festen Stämmen mit einem Patriarchen bzw. einem Scheich als Anführer sind sie organisiert. Der gesamte Stamm regelt die Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern. Sehr komplex und ausgeklügelt ist das beduinische Rechtssystem. Unter den Beduinenrichtern gibt es ca. 10 Spezialisten, die für jeweils ein Fachgebiet zuständig sind. Eine wichtiges Rolle bei den Prozessen spielen vor allem Zeugen und Bürgen bei Streit über Land, über Palmen, über Frauen, über Kamele oder über die Verletzung der Ehre usw.

Innerhalb eines Stammes oder zwischen befreundeten Stämmen finden dann auch die Hochzeiten statt. Es ist also nicht ungewöhnlich, wenn Ehen zwischen Cousin und Cousine geschlossen werden. Die Familie bildet sozusagen den Mittelpunkt der Gemeinschaft. Die Familie ist heilig und jeder Muslime hat die Pflicht, selber eine Familie zu gründen. Eine Beduinenfamilie lebt so lange zusammen bis die Mädchen wegheiraten und alle Kinder groß sind. Ein Leben lang wird füreinander gesorgt. Und ältere Menschen bleiben in der Nähe ihrer Söhne wohnhaft. Meistens kümmern sich die Enkelkinder um die Alten. Bei den Beduinen ist heiraten ein wichtiges Thema. Mädchen heiraten schon oft im Alter von 16-20 Jahren und ihr Ehemann sorgt ab da für deren Lebensunterhalt. Die Frauen der Beduinen sind verantwortlich  für die Reinheit der Familie. Ein absolutes Verbot ist Ehebruch. Jedoch kann man sich scheiden lassen und einen anderen heiraten. Leider geht die Anzahl der nomadisch lebenden Stämme immer weiter zurück aufgrund des zunehmenden Wassermangels, der Grenzkontrollen und staatlichen Programmen zur Ansiedlung von Beduinen.

 

 

I am not the same having seen the moon shine on the other side of the world…

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